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Der dritte Beitrag - Gedanken und Gefühle vor dem Umzug

  • Autorenbild: Nadja Herbig
    Nadja Herbig
  • 26. Mai 2021
  • 5 Min. Lesezeit

Das Abenteuer wird immer realer und dies bringt einige Entscheidungen und Ereignisse mit, welche Gedanken und Gefühle auslösen. Ist so ein großes Vorhaben wirklich so einfach?


Hallo ihr Lieben!


Der Beitrag dieser Woche beinhaltet einen Notiz-Eintrag meiner Gedanken und Gefühle vor dem Umzug. Warum könnte das interessant sein? Für euch und andere?


Was ist hier los?


Das große Abenteuer meiner kleinen Familie(Mein Mann, ich und meine sieben Monate alte Tochter) bedeutet, einen längeren Aufenthalt in Tokyo während meiner Elternzeit. Zu kurzen Erläuterung für die interessierten Leser, die meinen Blog vorher noch nicht gelesen haben.


Das ist wahnsinnig toll! Wir freuen uns sehr darauf. Doch ich möchte hier auch veranschaulichen, welche Entscheidungen vorher getroffen werden müssen. Nicht alles ist schön und rosig und geht einem leicht von der Hand. Einiges muss passieren bis zum Beginn dieses Lebens-Abschnitts in Tokyo.


Warum so was banales, wie Gefühlsnotizen veröffentlichen?


Ich möchte mit meinem Blogeintrag auch eine Prise Realität einstreuen. Nur weil uns so etwas Wunderbares passiert heißt das nicht, dass alles eitler Sonnenschein ist. Es heißt nicht, dass die Beziehung zwischen mir und meinem Mann davon nicht betroffen ist. Dass es mir leicht fällt unsere Wohnung und einiges anderes aufzugeben. Es heißt nicht, dass wir das locker entschieden, sondern es uns ernsthaft überlegt haben. Gefühle vermenschlichen uns und bestimmte Gefühle durchlebte ich auch während dieser ganzen Vorbereitungszeit.


Ich möchte außerdem auch diese Gedanken zum Ausdruck bringen, um anderen Mut zu machen. Auch wenn etwas schwierig aussieht. Veränderungen Angst machen. Seinen „Traum“ zu leben und ein Abenteuer zu wagen lohnt sich. Und das gilt für jede Lebenslage, für jedes Vorhaben, für jeden Schritt im Lebenslauf. Trotz einiger Hürden, die überwunden werden müssen, ist ein nächstes Abenteuer erreichbar. Es sind eventuell mehr Schritte bis dahin und wenn nicht sogar „innere Kämpfe“ nötig, als manchmal gedacht, doch es kann passieren. Es kann Wirklichkeit werden. Jedoch die Tatkraft und den Mut muss jeder selbst dazu aufbringen. Sein Leben selbst in die Hand nehmen.


Weiterhin möchte ich hier vorher darauf aufmerksam machen, dass meine Notizen, festgehaltene Gefühle darstellen. „Disclaimer“ wie die Youtuber sagen würden. Meine Gefühle sind nicht rationalisierbar und vielleicht auch nicht für jeden nachvollziehbar. Es sind meine Gefühle und ich bin dafür verantwortlich sie angemessen zu verarbeiten. Nur weil jemand, der das hier liest anderer Ansicht ist oder erschrocken darüber ist, kann ich sie nicht ändern oder anders steuern.


Zuletzt: Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass es eventuell dem einem oder anderen für seine Abenteuer Mut macht!

Und danke dass ihr uns auf unserer Reise ein Stück weit begleitet.


Eure Nadja




10. März 2021, Mittwoch


Heute ist ein emotional anstrengender Tag. Heute ist Mittwoch. Erst Mitte der Woche. Seit dem Wochenende ist so unfassbar viel passiert und entschieden worden.

Am Wochenende überlegten mein Mann und ich noch, wann wir umziehen würden. Es stand noch nicht fest. Für unseren weiteren Weg nach Japan hatten wir noch nichts in der Hand.


Doch jetzt ist schon alles klar:

  • Über Nacht wurde unser Sofa verkauft.

  • Am gestrigen Morgen hatten wir die Anzeige für unsere Wohnung online gestellt und hatten prompt heute schon zwei Besichtigungen. Es folgen noch zwei.

Uff.


Ich fühle mich verschwommen. Als wäre ich eine wabernde Wolke, ohne Form und ohne Rand.


Ich liege hier neben meinem Baby im Bett und begleite es in den Schlaf. Ich gebe die entspannte Mama. Mein Atem ist ruhig und mein Körper entspannt. Das steuere ich bewusst um mein Kind zu entspannen und Geborgenheit und Sicherheit zu bieten. Doch in meinem Kopf kreisen die Gedanken. „Schlaf schön ein, mein Schatz. Um den Rest kümmere ich mich“, denke ich.


Ich bin ein Mensch. Mit so vielen Gefühlen und Gedanken und offenen Fragen und Plänen. So viel muss noch gemacht werden. So viel von unseren Sachen „losgelassen“ werden.


Man könnte ganz einfach auch sagen: „Ist doch nur ein Umzug.“


Ja, stimmt. Es ist zunächst nur ein Umzug. Jedoch mit der feinen Nuance, dass wir nach ein paar Wochen danach das Land verlassen. Für kurze Zeit. Aber trotzdem wollen wir nicht an allen Dingen festhalten.


Wir fliegen um die halbe Welt und fangen für ein paar Jahre vielleicht etwas Neues an.

Deshalb steht diese Frage ganz groß im Raum: „Was behalten wir?“ Was lagern wir beim Schwiegervater ein? Was geben wir „frei“ und geben es jemanden, der es gerade mehr braucht? Mit einigen Sachen verbinde ich bestimmte Erlebnisse und Ereignisse. Einiges haben wir uns angeschafft, um unseren selbständig erreichten Standpunkt im Leben zu unterstreichen.


Bin ich gerade durcheinander oder nur müde? Oder war die dritte Tasse Kaffee doch zu viel für heute? Sonst vertrage ich drei Tassen locker… Hat sie mich heute etwas nervös gemacht? Es ist alles etwas komisch…


Morgen früh sieht alles bestimmt entspannter aus. Hahaha… Haaaa…


Ich kenne diese Aufbruchsstimmung. Ich habe sie zu lieben und schätzen gelernt im Laufe meiner Lebensjahre. Aber manchmal denke ich so viel und kann gar nicht alles gleichzeitig sortieren und ordnen und machen.

Struktur, Planung und Ordnung sind oft die Lösung für alle diese Gedanken. Das brauche ich auch hier.


Das Schöne an der derzeitigen Situation ist, dass ich diesen Schritt nicht alleine gehen muss. Mein Mann ist ja noch dabei. Er nimmt Vorhaben sofort in Angriff, weswegen ich sehr dankbar bin. Ich denke, er wägt viel ab und führt dann aus. Das ist oft sehr hilfreich und nimmt mir einige Sorgen ab.


Und obwohl wir diesen Aufbruch mit Baby starten, sind wir beide sehr optimistisch und super froh und aufgeregt.


„Juhu! Veränderungen“, schreien wir. „Juhu! Abenteuer! Juhu! Neuanfang!“


Naja, so krass wird es dann vielleicht doch nicht. Wer weiß! Wir wagen diesen nächsten Schritt.


Mal sehen wie leichtfüßig er verläuft.


Jeder Schritt ein Abenteuer. Oder zwei oder drei? 😉



Im Nachhinein, habe ich meinem Mann diesen Eintrag gezeigt. Er hat mich in den Arm genommen und mir versichert, dass alles gut wird und er genauso aufgeregt ist. Wir haben noch so ein klassisches Sofa-Familienbild geschossen. Als Erinnerung an das Sofa. Und dann fühlten sich meine Sorgen auch schon leichter an.

Das Sofa hat ja schon einiges miterlebt.

Wir waren nicht die ersten, die es besessen haben.

Unsere Tochter verbrachte darauf die ersten Tage und Wochen ihres Lebens auf ihm. Und viele Abende saßen oder lagen wir allein oder gemeinsam auf ihm und schauten fern oder in den Garten, lasen Bücher oder bewirteten Gäste. Es hat bei uns seinen Zweck erfüllt.


Auf Wiedersehen, liebes Sofa! Vielen Dank, dass du unser Wohnzimmer so gemütlich gemacht hast. Auf dass du jemandes anderen Alltag schöner machst!





Kleines Nachwort

Habt ihr vor ähnlichen Herausforderungen gestanden? Was beschäftigt euch am meisten vor einem schwierigen oder aufwendigen Schritt?

Ich würde gerne wissen, welche Abenteuer (kleine oder große) ihr schon angepackt habt, eventuell wie es verlief und welche Gedanken ihr euch am meisten dabei gemacht habt. Gerne könnt ihr ein Abenteuer unter diesem Beitrag in den Kommentaren teilen und so andere inspirieren oder ermutigen.

Vielen Dank! Bis zum nächsten Mal! 😊


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