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Update #2

  • Autorenbild: Nadja Herbig
    Nadja Herbig
  • 28. Juni 2021
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Juni 2021

Hallo ihr lieben Leser! Endlich wieder ein Hallo!


Mich beschleicht ja etwas das schlechte Gewissen. Weil ich hier eine Zeit lang nichts veröffentlicht habe.

Aber heute war es soweit und ich bereit zu schreiben. Hier sitze ich nun, mit McDonalds-Essen, schreibe und esse. Man soll ja eigentlich nicht arbeiten und essen, aber jetzt geht es halt nicht anders.



Und ich möchte mich doch unbedingt wieder melden.

An meine private Nummer habe ich schon einige Fragen bekommen, ob es denn wieder einen Beitrag gibt. Es tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet.


Seit letzter Woche ist mein lieber Mann arbeiten und wir raus aus der Quarantäne.

Das ist natürlich wahnsinnig schön. Doch durch die Quarantäne haben wir so ein bisschen unsere Routine vernachlässigt und das fällt besonders auf, wenn einfach so Sachen passieren, mit denen man nicht gerechnet hat.


Ich beschreibe euch hier mal ein paar Umstände, mit denen wir zurechtkommen mussten:

  • Letzten Montag habe ich mit meiner Tochter ganz entspannt den Tag begonnen, während Maik auf Arbeit musste. Der Morgen war also seeeehr langsam und chaotisch. Und da kam mir dann schnell ihr erstes Schläfchen in die Quere.

  • Am Dienstag war das noch anstrengender, da mein Mann natürlich früh raus musste und er uns aber nicht wecken wollte. Herrje…

  • Dann haben wir natürlich eine sehr schöne Wohnung bekommen. Mit Reis- und Wasserkocher, Microwelle, Kühlschrank, Waschmaschine und ein paar Küchenutensilien, wie Töpfen und Pfannenwender, Bett und einem Tisch und Stühlen. Leider fehlte uns das komplette Geschirr. In der Quarantäne haben wir uns dann mit Plastikgeschirr von den Instantnudeln begnügt. Man wird erfinderisch, sage ich euch. Zum Glück hatte ich ein gefülltes Bestecktäschchen mit.

  • Zudem wurde am Montag, unplanbar, aber von meinem Mann erfragt, unsere komplette Bettwäsche und das Bett meiner Tochter abgeholt. Also mussten wir abends, völlig erledigt vom langen Tag, noch einkaufen gehen. War schon nicht schlecht, wegen finanziellen Gründen. Muss man ja aber nicht haben.

  • Das Klima verleiht uns hier zwar ein herrlich traumhaftes Urlaubsgefühl, jedoch schwitzen wir Europäer durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit bei jeder größeren Anstrengung.

Folgende Lösungen haben wir uns daraufhin überlegt:


  • Wir stehen alle früh gemeinsam, ab spätestens halb sieben auf. Das Schöne an einer gemeinsamen Weckzeit ist, dass wir einen gemeinsamen Morgen genießen, mein Mann mir das Kind auch kurz abnehmen kann, ich zum Morgensport komme, er sich in Ruhe und ohne jemanden zu stören vorbereiten kann und sogar das Frühstück etwas vorbereitet. Es hilft mir immer sehr, wenn er die Windel unserer Tochter frisch macht und das Obst für den Tag schneidet. Das ist doch ein viel besserer Start. Dies haben wir nun seit letztem Mittwoch wieder ins Lot gebracht.

  • Wir mussten Wohnartikel einkaufen! Das hatte sich dann größtenteils am Montag erledigt. Das Bettzeug, welches wir vom Wohnheim geliehen bekommen haben, war dreimal so teuer, wie dann der Preis für das, was wir uns, mit weiteren Artikeln (Küche und Bad), für die Wohnung kauften. Ich bin dann am Freitag nochmal gegangen um restliches zu holen.

  • Gegen das Klima kann ich nicht viel machen. Außer sich daran gewöhnen. Auch wenn die Haut schneller klebt. Ich hoffe ja, dass sich mein Herz-Kreislaufsystem bald daran gewöhnt und ich wieder Energie gewinne.

Weitere Geschehnisse:


Es ist hier alles so neu und ich möchte ja mit meiner Tochter auch etwas erleben. Und nicht nur Zuhause rumsitzen. Dafür bin ich doch in Tokyo.


Deswegen bekam ich am Donnerstag ein paar sehr liebenswerte Ratschläge von meiner Nachbarin Suzana.

(Sie heißt Šventova auf Instagram: übrigens eine sehr begnadete aber leider nicht zu bekannte Künstlerin. Schaut sie euch mal an). Sie zeigte mir gute und günstige Einkaufsmöglichkeiten und schlug ein paar Spielplätze vor, die ich mir mal anschauen sollte.

Somit war der Rest der Woche schnell vorbei.


So ab um sieben wird es hier abends schnell dunkel. Ist für unser Kind natürlich ideal. Für mich nicht so, da auch ich da erschöpft die Segel streiche. Eventuell übe ich noch etwas Duolingo oder tausche mich mit meinem Mann aus.

Am PC arbeiten fiel mir da meist etwas schwerer. Und war bis vor kurzem in dieser kleinen Wohnung schwierig und mit der Befürchtung verbunden, unser Kind zu wecken.


Aber dafür gibt es auch schon einen Beschluss:


Zweimal die Woche werde ich mich abends in die Gemeinschaftsräumlichkeiten setzen und schreiben. Das Töchterchen ist im Bett, mein Mann da, das Licht dort grell, da hier auch andere Studenten lernen und es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre. Wird mein Schlaf eventuell etwas vernachlässigt, aber ich kann mich ja mittags mit meiner Kleinen hinlegen.


(Übrigens sind die Mini-Pancakes von McDoof echt lecker. Gibt es die auch in Deutschland? Hmmm!)


Und nun der Ist-Stand:


Heute, Montag, der 28.06.21, fing der Tag ganz gut an. Ich brach zeitig auf Richtung Sunshine City (Einkaufscenter in Toshima) um etwas umzutauschen. Meine Tochter konnte also das erste Schläfchen an der frischen Luft verbuchen. Juhuu! Das war ein riesiger Gewinn für uns beide! Um neun macht zwar das Einkaufscenter auf, zudem ich musste, aber leider hatte das Geschäft erst um elf geöffnet. Oje. Was macht man dann solange? Ich lief also nun mit meiner Tochter durch die leeren Passagen des Centers und schaute zu wie nach und nach einige Läden öffneten. Überall trillerten Vögel aus den Lautsprechern. Eigentlich eine angenehme Stimmung. Ich hoffte nur das meine Tochter solange aushalten würde. McDonalds hatte schon offen, also bestellte ich uns Frühstück und etwas mehr fürs Mittagessen. Da gab es einen geeisten Caffé Latte, Egg Muffin, Salat mit Sesame Dressing, einen Joghurt, Edamame und Mais, 15 Stück McNuggets und diese leckeren Mini-Pancakes mit Zimtbutter und Sirup. Mein Mann bekam heute Abend noch sechs Stück McNuggets ab. Ist das bei anderen Paaren auch so? Der Mann kommt nach Hause und muss erstmal sofort was essen? Egal was? Ich nehm‘s mit Humor.

Babys’R’Us hatte schon offen, also bin ich dort nochmal stöbern gegangen. Kind war von den ganzen Geräuschen abgelenkt. Und dann hatte endlich der Laden offen zu dem ich musste. Endlich!


Nach dem Umtausch konnte ich endlich den Heimweg antreten. Töchterchen war zum Schluss leicht entnervt und schlief dann ruckzuck an der frischen Luft ein. Auf dem Nachhauseweg hielt ich nochmal bei dem guten Gemüse- und Obsthändler an. Obst und Gemüse satt für die ganze Woche im Wert von 1,712 JPY. Gute Qualität, saisonal und ich glaube direkt vom Bauern. Im Minimarkt war das alles teurer und sah viel zu perfekt aus.


Zum Glück war ich kurz nach um zwölf Zuhause. Mein Zeitplan war zwar anders, aber es ging noch. Das Töchterchen war nun sogar so entspannt, dass ich noch schnell einen richtigen Babybrei zubereiten konnte. Nicht den auf japanische Art, sondern nach deutscher: Kartoffel-Möhren-Zucchini mit einem Schuss O-Saft. Und davon hat sie dann eine handtellergroße Portion verschlungen. Juhuu! Was für ein Erfolg!




Mit diesem Bericht will ich euch sagen, dass dieser Tag ein Erfolg war! Dank der wiedergefundenen Routine.


Ich werde mal sehen, wie es demnächst weiterläuft. Aber das war doch heute schon richtig gut!


Ein paar Grundgedanken sind vorhanden und der Wille dabei zu bleiben auch. Mein Mann weiß Bescheid über meine Strukturgedanken und unterstützt mich, wenn er kann. Er wird ja mit seiner neuen Stelle auch sehr herausgefordert. Hierbei braucht auch er meine Unterstützung und Rückhalt.


Endlich konnte ich euch hier ein paar Zeilen hinterlassen. Hoffentlich wiederholt sich das so jetzt öfter.


Ich hoffe euch einen kleinen Einblick in unser derzeitiges Leben geschenkt zu haben.


In Hoffnung auf mehr Schreibzeit,

Eure Nadja



 
 
 

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